Am 18.09.2017, 09:00 Uhr, Saal 1, beginnt vor dem Strafrichter des Amtsgerichts Essen-Borbeck die Hauptverhandlung gegen drei von ursprünglich vier Angeklagten wegen unterlassener Hilfeleistung. Gegen einen weiteren Angeklagten wurde das Verfahren abgetrennt, weil dessen Gesundheitszustand geprüft werden muss.

Tatvorwurf

Den Angeklagten wird unterlassene Hilfeleistung gemäß § 323 c StGB vorgeworfen. Sie sollen am 03.10.2016 zu eng aufeinander folgenden Zeiten zwischen 17:10 und 17:16 Uhr das Foyer der Deutschen Bank, Filiale Essen-Borbeck jeweils betreten und nach Ausführung ihrer Bankgeschäfte wieder verlassen haben, während ein 83-jähriger Mann rückwärts lang ausgestreckt auf dem Boden vor einem Überweisungsautomaten gelegen habe.

Die Angeklagten sollen den auf dem Boden liegenden Mann nicht beachtet und sich nicht um ihn gekümmert haben.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Essen soll der 83-jährige Mann wenige Minuten zuvor bei der Ausführung von Bankgeschäften an dem Überweisungsautomaten in dem Zeitraum von 17:02 bis 17:04 Uhr dreimal gestürzt sein. Nachdem er bereits zweimal rückwärts umgefallen und hierbei auch mit dem Kopf auf dem Fliesenboden aufgekommen, sich dann aber wieder erhoben habe, soll er nach dem dritten Sturz auf dem Boden liegen geblieben sein.

Erst um 17:23 Uhr habe ein Zeuge mittels seines Mobiltelefons einen Notruf abgesetzt. Durch den um 17:43 Uhr eingetroffenen Rettungswagen sei der Mann zur ärztlichen Versorgung in das Universitätsklinikum Essen verbracht worden, wo er am 10.10.2017 verstorben sei. Die eingetretene zeitliche Verzögerung habe den mit dem Tod endenden Krankheitsverlauf des Mannes nicht beeinflusst.

Hinweise für die Medien

Medienvertreter müssen sich mit Presseausweis ausweisen.

Reserviert für Medienvertreter sind besonders gekennzeichnete Sitzplätze. Die Plätze werden nach dem Zeitpunkt des Erscheinens verteilt. Für Medienvertreter, die den Saal verlassen, werden keine Plätze freigehalten.

Medienvertreter, die lediglich vor Sitzungsbeginn fotografieren und/oder filmen, und anschließend den Saal verlassen, benötigen keinen Sitzplatz.

Medienvertretern ist die Nutzung von Laptops, Tablet-Computer u.ä. im Sitzungssaal während der Hauptverhandlung zum Mitschreiben gestattet.

Zu weiteren Einzelheiten, insbesondere zu TV- und Fotoaufnahmen wird auf die sitzungspolizeiliche Verfügung des Strafrichters hingewiesen.

Heimeshoff
Direktor des Amtsgerichts

Pressemitteilung vom 07.09.2017 (12 E - 1. 43 Bd 24) zum amtsgerichtlichen Verfahren