"Verständnis für den Rechtsstaat gefördert"

Eine große Ehre für Dr. Peter Wilfinger, Vorsitzender Richter am Landgericht Essen: Auf Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck hat er am diesjährigen Neujahrsempfang im Schloss Bellevue teilgenommen. Er wird damit ausgezeichnet für seinen jahrelangen Einsatz im Rechtskundeunterricht. Bereits seit 1998 unterrichtet er regelmäßig an Schulen im Raum Essen das Fach Rechtskunde. Zusätzlich hat er im April 2016 den Rechtskundeunterricht einer „Willkommensklasse“ der Realschule am Schloss Borbeck übernommen. Der Klasse gehören 17 Schülerinnen und Schüler mit Flüchtlingshintergrund an, unter anderem aus Syrien, Rumänien, Bulgarien und Albanien. Er macht sie mit den Grundlagen des deutschen Rechtsstaats vertraut, etwa dem staatlichen Gewaltmonopol und dem Verbot der Selbstjustiz.

„Der Unterricht stößt auf großes Interesse“, berichtet Dr. Wilfinger. „Zumal aufgrund persönlicher Erfahrungen fällt es manchen Jugendlichen schwer zu glauben, dass beispielsweise die Gerichte unabhängig sind oder dass sich Polizeibeamte an Gesetze halten müssen.“ 

Im Namen seiner Schüler überreichte Dr. Wilfinger ein Geschenk an den Bundespräsidenten: Eine Collage mit den Fotos der Schülerinnen und Schüler, in der sie darstellen, was sie positiv mit Deutschland verbinden: Etwa Chancengleichheit, Religionsfreiheit und Sicherheit. 

Den Unterricht erteilt Dr. Wilfinger zusätzlich zu seiner regulären Tätigkeit als Vorsitzender einer Strafkammer. 

Dr. Monika Anders, Präsidentin des Landgerichts Essen, erklärt dazu: „Mit seinem Engagement setzt sich Herr Dr. Wilfinger aktiv dafür ein, bei den Schülerinnen und Schülern frühzeitig das Verständnis des deutschen Rechtsstaats zu fördern. Damit wird eine Basis für das Vertrauen in diesen Rechtsstaat gelegt. Das ist ein wichtiger Baustein für die umfassende Integration junger Menschen in die deutsche Gesellschaft.“ 

Im Auftrag
Dr. Hidding

Presseerklärung vom 16.01.2017 (Aktenzeichen: 12 b E- 1. 71)